Werte, Glück und die Gesellschaft

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Hallo!

Jetzt bin ich gerade etwas aufgeregt, da ich mich quasi oute. Heute teile ich mit dir ein Kapitel aus meinem Buch „Mein Glück mit dem Glück“, das bald fertig ist und erscheinen wird.

Viel Spaß damit!

Ich wünsche dir einen glücklichen Sonntag!

Liebe Grüße,

Martin

 

Werte, Glück und die Gesellschaft

„Denn überhaupt um fremden Wert willig und frei anzuerkennen und gelten zu lassen, muss man eigenen haben.“

Arthur Schopenhauer (1788 – 1860), deutscher Philosoph

 

Die Bedeutung von Werten ist nichts Neues. Aber es scheint, als wüssten heute viele nicht mehr, was Schopenhauer, aber auch Goethe und vielen anderen, vor langer Zeit klar war.

Die Bedeutung von Werten für eine Gesellschaft ist enorm und gerade das Jahr 2016 zeigt, dass wir in vielen Gesellschaften auf dieser Welt einen erheblichen Wertemangel haben.

Besonders die Toleranz fehlt und vielleicht hatte Schopenhauer genau diese als Grundlage seiner Aussage gemeint.

 

Aber ich will mich hier zunächst der Bedeutung für den Einzelnen widmen und was das mit Glück zu tun hat.

Einer der für mich wichtigsten Werte ist Authentizität. Wirklich authentisch bin ich und kann ich nur sein, wenn ich mit mir selbst im Reinen bin und zu mir stehe. Denn dann ist es für mich okay, einfach nur ich zu sein. Eine enorm wichtige Zutat für Erfolg in vielen Bereichen, zum Beispiel im Job, aber auch in der Partnerschaft und allen anderen zwischenmenschlichen Beziehungen.

Respekt ist ein weiterer Wert, der für einen selbst und die Aufnahme in der Gesellschaft eine hohe Bedeutung hat. Leider geht vielen Mitmenschen der Respekt ab. Vielleicht schaffen sie es gerade noch, diesen vordergründig aufzubringen. Aber wenn keiner hinschaut, lässt man Runtergefallenes liegen, übergeschwappten Kaffee können andere wegwischen et cetera. Beispiele aus dem Arbeitsalltag von durchaus netten Kollegen. Man könnte allerdings meinen, dass sie von zuhause einen Butler gewohnt sind, der hinter ihnen alles wegräumt und reinigt. Den haben wohl die wenigsten. Vermute ich zumindest…oder ich habe etwas grundlegend falsch gemacht.

Oder auch nicht!

Mal im Ernst. Was treibt diese Leute an?

Ist es eine Ausübung von Macht in einer versteckten Form, da sie das Gefühl haben, dass ansonsten nur Macht an ihnen ausgeübt wird? Auf jeden Fall haben sie einen bestimmten Wert nicht, oder leben ihn nicht wirklich, weil es ihnen egal ist, wenn sie ihren Müll einem Mitmenschen hinterlassen, der sich dann erbarmt.

Die Anderen, die das Wegwischen dann übernehmen oder sich bücken, um aufzuheben, was jemand achtlos fallen ließ, stehen für mich auf der Seite derer, die ihre Werte wirklich leben und Gemeinsinn praktizieren. Es liegt nahe, dass sie sich ärgern, aber letztendlich besser fühlen, da sie etwas Gutes für ihr Umfeld tun. Das erzeugt positive Energien.

 

Genügsamkeit versus Größenwahn ist für mich ein weiterer Bereich, der sowohl das Glück des Einzelnen als auch das der Gesellschaft beeinflusst. Wichtig dabei ist, dass Genügsamkeit für mich kein Widerspruch zum nachhaltigen Streben nach Erfolg, Wandel und Innovation ist. Dazu gehört für mich, dass man seinen eigenen Erfolg auch mal dem des Teams oder einer bestimmten Gruppe unter-, und sich selbst einordnet. Genügsamkeit ist aber auch, sich an dem zu erfreuen, was man hat und nicht ständig im Sinne des Neids nach Neuerem, Größerem und Besserem zu schielen.

Größenwahn hingegen hat viele Facetten und entspringt unter anderem dem Neid, dem endlosen Streben nach Macht und immer mehr materiellem Besitz. Er kennt kein Ende und somit wird er auch zu keinem glücklichen Zustand führen. Leider beschränkt sich der Effekt dieser Wirrung selten nur auf eine Person, sondern reißt oftmals viele Menschen in unverständlicher Euphorie mit. Am Ende haben dann allerdings noch mehr Menschen darunter zu leiden.

Das politische und industrielle Weltgeschehen hält aktuell nur allzu viele Beispiele dazu bereit. Die amerikanischen Präsidentschaftswahlen oder der Brexit lassen grüßen. Auch so manches demokratisch gewählte Staatsoberhaupt zeigt anschließend Züge von Größenwahn.

 

Das bringt glatt die Überleitung zur Nachhaltigkeit. Ein häufig benutzter Begriff, der in vielen Bereichen Anwendung findet. Pardon – finden sollte. Leider kommt die Nachhaltigkeit viel zu kurz – in viel zu vielen Bereichen. Sie muss sich oft unterordnen hinter kommerziellem Erfolg. Und so holzen wir bedenkenlos Regenwälder ab, verseuchen die Meere mit Plastik, ernähren uns mit tierischen Produkten aus Massentierhaltung, deren Bedingungen unfassbar sind.

Aber jeder Einzelne, dich eingeschlossen, kann etwas dagegen tun.

 

Mit einer Werte-Diskussion kann man ein ganzes Buch füllen, da es viele Werte gibt. Das würde jetzt hier vielleicht ein bisschen weit führen. Daher belasse ich es bei den wenigen zuvor genannten Beispielen.

Sollte dich das Thema zum Nachdenken bringen, wird es gut investierte Zeit sein, wenn du dir überlegst, was die 10 wichtigsten Werte für dich persönlich sind und wie du sie lebst.

Wer seine Werte für sich definiert hat, wird sie als Leitfaden für sein Leben begreifen und immer wieder auf sie zurückgreifen. Diese Orientierung wird gleich ein wichtiger Baustein für das Glück sein, gelebte Werte steigern die Zufriedenheit mit sich selbst, es steigt der Selbstwert! Und das wird ganz bestimmt von der Umwelt mit Freude zur Kenntnis genommen. J

Das bringt mich nochmal zurück zur Gesellschaft.

John F. Kennedy sagte einmal:

„Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst.“

Angeblich hat er diesen Aphorismus nur übernommen und für seine Zwecke angepasst. Daher mache ich das auch mal und wähle einen etwas weniger patriotisch klingenden Ansatz:

„Schau nicht immer nur danach, was Andere für dich tun können – schau auch danach, was du für deine Mitmenschen tun kannst“.

 

Und was hat das jetzt mit Glück zu tun?

 

Darauf gibt es eine schon sehr alte Antwort.

So schrieb Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz (1646 – 1716), deutscher Philosoph, Mathematiker, Diplomat, Historiker und politischer Berater:

„Es ist eine meiner Überzeugungen, dass man für das Gemeinwohl arbeiten muss und dass man sich im selben Maße, indem man dazu beigetragen hat, glücklich fühlen wird.“

Das hat der Universalgelehrte der deutschen Aufklärung schon sehr treffend erkannt, auch wenn man das „müssen“ schöner formulieren könnte.

Allerdings denke ich auch, dass es in gewisser Weise eine Verpflichtung gibt, seinen Mitmenschen etwas zu geben und eben nicht nur zu nehmen.

Auf das Glück bezogen betrachte ich mich als privilegiert, da ich es habe. Der Gedanke kommt mir im selben Moment fast komisch vor, da das Glück ja nicht limitiert, sondern für alle in ausreichendem Maß vorhanden ist. Da das aber nicht jeder erkennt, kann ich anderen helfen, ihr Glück zu finden.

Das hat bei mir genau den Effekt, den von Leibniz beschreibt.

Das schöne ist, dass es nicht unbedingt um ein so hohes Gut wie das Glück gehen muss, sondern auch mit vermeintlichen Nichtigkeiten funktioniert. So könnte mit vielen kleinen Gesten und Handlungen der Gesellschaft etwas Bedeutendes geschenkt werden, das dann auch zum eigenen Glück beiträgt.

Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen.

Probiere es doch getreu dem folgenden afrikanischen Sprichwort:

„Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, dann werden sie das Gesicht der Welt verändern.“

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