Reifenabrieb

Reifenabrieb – Tyre wear particles
(English below)

Hallo beim neuen Sonntags-Thema!

Heute geht es um den Reifenabrieb. Ein Thema, über das man selten etwas liest.
Vermutlich weil es keinen Spaß macht. Dabei ist es so wichtig.
Die Partikel, die sich von den Reifen lösen und in der Umwelt landen, sind eine der größten Quellen für Mikroplastik, eine der Seuchen unserer Zeit.
Der Abrieb gelangt ins Meer, weil die Kläranlagen es nicht rausfiltern. Außerdem durchläuft Niederschlagswasser nicht zwangsläufig die Kläranlagen.
Ein Teil der Partikel ist als Feinstaub in der Luft und wird dann vom Wind in der Umwelt verteilt oder der Regen spült sie auf benachbarte Flächen.
Jüngste Erkenntnisse zeigen, dass unsere Böden bis zu 20 mal mehr mit Mikroplastik belastet sind, als die Meere.
Sehr bedenklich!
Daher ist der Reifenabrieb schon ein Thema, über das man sprechen sollte!
Aber was kann man tun? Es gibt nicht allzu viel effektives bisher. Vielleicht ein Grund, warum das Thema nicht so präsent gemacht wird.
Es gibt Forschungsprojekte bei der TU Berlin (RAU – Reifenabrieb in der Umwelt) und bei Fraunhofer Umsicht (Tyre Wear Mapping). Hoffentlich bringen diese wichtige Erkenntnisse zur Minderung des Problems.
Es wird auch mit alternativen Materialien wie zum Beispiel Reifen aus Löwenzahn experimentiert. Klingt gut, auch wenn dafür wohl riesige Löwenzahn-Felder nötig wären. Dafür würde Naturkautschuk, der heute schon beigemischt wird, eingespart. Dieser kommt meist aus Äquator-nahen Gegenden und für den Anbau musste Regenwald weichen.
E-Autos bieten bei dem Thema übrigens keinen Vorteil. Eher im Gegenteil, aufgrund des vergleichsweise hohen Gewichts durch die Batterien.
Das autonome Fahren sollte dagegen zukünftig Vorteile bringen, da die Fahrweise optimiert werden kann.

Folgendes kann man heute tun, um den Abrieb zu reduzieren:
• So oft wie möglich auf das Auto verzichten
• Reifen mit optimiertem Rollwiderstand verwenden, das kommt auch dem Verbrauch zugute (leider bedeutet zu geringer Rollwiderstand in Extremsituationen auch eine zu geringe Haftung)
• Optimaler Reifendruck (zu niedriger und zu hoher Druck sorgen für höheren Abrieb)
• Keine Winterreifen bei höheren Temperaturen (dauerhaft über 7°C) fahren. Winterreifen nutzen bei Wärme schneller ab und sind aufgrund geringerer Haftung unsicherer.
• Beschleunigungen aller Art erhöhen den Reifenabrieb besonders, dazu zählt nicht nur das „Gas geben“, sondern auch das Bremsen oder die Fliehkraft bei Kurvenfahrten. Sanftes beschleunigen und vorausschauendes Fahren zum Vermeiden zu starker Bremsungen hilft. Und mit quietschenden Reifen anfahren oder um die Kurven flitzen ist auch nix. Da wird autonomes Fahren im Vorteil sein.
• Lenken im Stand sollte man möglichst vermeiden

Mir gibt das Thema sehr zu denken. Und ein Bewusstsein dafür zu haben ist ein erster wichtiger Schritt.

Schönen Sonntag und herzliche Grüße,
Martin

Hello to the new Sunday-theme!

Today it’s about tyre wear particles. A topic, which is rarely found.
Probably because it is not fun, although it is really important.
The particles, which separate from the tyres and get into the environment, are one of the biggest sources of microplastics, one of the epidemics of our period.
The abraded material gets into the oceans, because the sewage filter plants cannot filter them out. In addition, not all rainwater gets into filter plants.
A portion of the particles gets into the air ad fine dust, spread into the environment by the wind. Or the rain rinses it into the adjoining areas.
Recent findings show, that our soils contain up to 20 times the amount of microplastic, compared to the oceans.
Very alarming!
Hence the tyre wear particles are a topic we should talk about!
But what can we do? There is not too much, that is really efficient. Maybe a reason, why the topic is not really made present.
There are research projects at the Technical University Berlin and Fraunhofer Umsicht. Hopefully the bring findings on how to minimize the issue.
Also companies are experimenting with alternative materials, for example caoutchouc from dandelion. Sounds good, but huge fields of that would be necessary. On the other side natural rubber used today would be saved. This normally comes from areas close to the equator and often rainforest had to go for the rubber trees.
Electrical vehicles don’t give an advantage in this topic. Rather the opposite, due to the higher weight coming from the batteries.
Autonomous driving should bring advantages, as it optimizes the driving characteristics.

The following can be done today to reduce the abrasion:
• Use the car as little as possible
• Use tyres with optimized rolling resistance, which also improves the fuel consumption (unfortunately is too less rolling resistance also too less grip)
• Optimal tyre pressure (too less or too much pressure increases the wear)
• Not driving with winter tyres at higher temperatures (constantly above 7°C). They wear faster in warm conditions and the grip is reduced.
• Acceleration of all kinds increases the wear. That does not only include the accelerate fast, but also breaking or the centrifugal force in curves. Careful acceleration and a forward-looking driving style for avoiding hard breaking helps. Squeaky wheel starts or drifting in curves is really not good. Here autonomous driving will bring big benefits.
• Steering while standing needs to be avoided

The topic concerns me and the awareness about it is a first and important step.

Have a nice Sunday!
Cordial greetings,
Martin

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