Nachhaltig essen

Nachhaltig essen – Sustainable eating
(English below)

Hallo 😊

Heute geht es um die Nummer 1 aus den Anregungen von letzter Woche. Aber was hat der Trauerschwan mit nachhaltiger Ernährung zu tun? Zum Glück steht er nicht auf dem Speiseplan. Wäre es so, hätte er einen langen Weg hinter sich, denn abgesehen von wenigen eingeführten Exemplaren und daraus entstandenen europäischen Populationen ist der Exot in Australien heimisch und hätte durch den Transport eine schlechte Ökobilanz.
Nachfolgend meine Gedanken, um bei der Ernährung nachhaltiger zu sein, wobei ich in den nächsten zwei Wochen weitere Aspekte wie zum Beispiel Bio oder Fleischkonsum sowie tierische Produkte aufgreifen werde.


• Das Einfachste vorweg: beim Einkaufen immer eigene Taschen / Körbe dabeihaben. Dazu Netze für Obst und Gemüse. So lässt sich sehr viel Verpackungsmüll einsparen, zumal immer mehr Läden unverpackte Waren anbieten. Komplett unverpackt einzukaufen ist da schon etwas schwieriger und nicht überall möglich. Dagegen wird es mittlerweile an fast allen Käse- und Wursttheken akzeptiert, eigene Behältnisse mitzubringen. Beim Bäcker spart der mitgebrachte Brotbeutel die Papiertüten. Reuse (wiederholte Benutzung) ist das Zauberwort.
• Lebensmittel-Verschwendung vermeiden: dabei hilft es zum Beispiel, mit einem Einkaufszettel vorauszuplanen, eventuell auch mit einem Essens-Wochenplan. Aber eben auch unverpackt einzukaufen und dann nur die Mengen mitzunehmen, die man tatsächlich braucht.
• Das MHD=Mindesthaltbarkeitsdatum: wie der Name schon sagt, das Lebensmittel ist mindestens bis zu dem Datum haltbar, oft aber noch viel länger. Nach optischer Prüfung auf Schimmel einfach auf Geruch und Geschmack verlassen. Gerade bei nicht frischen Lebensmitteln ist ein deutliches Überschreiten des Datums oft überhaupt kein Problem.
• Saisonal essen: wir sind es mittlerweile gewohnt, alles zu jeder Jahreszeit kaufen zu können. So bekommt man auch jetzt frische Erd- und Heidelbeeren. Aber mal ehrlich, ist es nicht viel schöner, dass manches seine ganz besondere Zeit hat? Das ist gerade bei Erdbeeren oder auch bei Spargel vielleicht etwas ganz besonderes, gilt aus meiner Sicht aber auch für viele andere Obst- und Gemüsesorten. So freut man sich doch besonders darauf, wenn es dann soweit ist.
• Regionale Produkte einkaufen: es liegt auf der Hand, dass regionale Produkte gegenüber denen aus der Ferne ökologische Vorteile haben. Aber es muss nicht unbedingt das Steak aus Argentinien sein oder die Avocado aus Mexiko oder Chile. Es ist für uns zum Standard geworden, dass man oft Produkte konsumiert, die von weit herkommen, dem globalen Handel sei Dank und zu Lasten der Umwelt. Das in vielen Bereichen, Obst und Gemüse, aber genauso Wein und Bier. Früher kam mein Lieblingswein aus dem Barossa Valley in Australien. Ein ökologischer Irrsinn. Heute beschränke ich mich auf Europa and gebe dabei deutschen Weinen immer wieder den Vorzug. Das Bier kommt meistens auch aus der Region. Viele Lebensmittel, aber auch andere Produkte, bekommt man aus regionaler Herstellung. Einfach mal auf die Etiketten achten.
• Superfood: die Avocado habe ich schon erwähnt. Wer heute immer noch nicht weiß, wie problematisch sie ist, lebt vermutlich hinter dem Mond oder will die Probleme einfach ignorieren. Neben Regenwald-Rodung ist zumindest in Mexiko mittlerweile sogar die Schutzgelderpressung ein Thema bei den Avocados. Da vergeht mir der Appetit. Aber auch andere wie zum Beispiel Chia, Quinoa und Goji sind wegen mangelnder ökologischer oder sozialer Nachhaltigkeit nicht empfehlenswert und sollten nicht zum Standardrepertoire gehören. Auch die für uns so selbstverständliche Banane gehört dazu. War sie früher täglicher Bestandteil meines Frühstücks, habe ich den Verbrauch heute auf 3 pro Woche reduziert. Superfood muss übrigens nicht von weit herkommen. So sind auch Leinsamen, Brennnessel, Hanf, Löwenzahn oder Brokkoli tolles Superfood, aber eben mit wesentlich besserem ökologischem Fußabdruck und weniger schwierigen Seiten in Bezug auf die soziale Nachhaltigkeit.
• Lebensmittel frisch zubereiten! Beim Kochen ist DIY immer noch weit verbreitet, zu recht. Allerdings ist es längst nicht mehr so selbstverständlich wie vor 50 Jahren, dass man sein Essen selbst und frisch zubereitet. Schade, denn es ist ökologischer und schmeckt meistens auch besser. So lassen sich auch unerwünschte Inhaltsstoffe wie Palmöl sehr leicht vermeiden.
• Palmöl: laut Greenpeace ist es in jedem zweiten Produkt im Supermarkt enthalten. Auch in vielen Produkten für Kinder ist es enthalten. Dabei ist es nicht mal ein gesundes Fett. Und in seiner Herkunft sorgt es für viel Leid. So wird der Lebensraum der Orang-Utans, Elefanten und anderer endemischer Arten auf Borneo und Sumatra immer kleiner, für die Nashörner ist es schon zu spät. Seit ich das weiß, versuche ich Palmöl so gut wie möglich zu vermeiden.

Das waren einige wichtige Aspekte, die man beachten sollte, wenn man sich nachhaltiger ernähren möchte. Das Thema ist sehr komplex, in meinem Buch gibt es weitere Aspekte und Hintergrundinformationen.

Ich wünsche dir einen schönen Sonntag!
Herzliche Grüße,
Martin

Hello 😊

Today I want to address the first from last week’s proposals. But what does the black swan have to do with sustainable nutrition? Luckily it is not on our menu. Would it be, it would have gone a long way, because apart from a few imported ones with resulting small European populations this exotic foreigner’s home is in Australia. Hence the transport would give it a negative ecobalance.
In the following my thoughts to be more sustainable in what we eat. In the next two weeks there will be further aspects to that like organic food, or meat and animal product consumption.

• The easiest first: always take own tote bags / baskets with you for shopping. Also string bags for veggies and fruits. That way you can save a lot of packaging waste, especially as more and more shops offer unpacked/bulk goods. Buying completely unpacked is a little more difficult, as you don’t find theses shops everywhere. But nearly all counters for cold cuts and cheese accept it, when you bring your own containers. In the bakery your own brought along haversacks save the paper back. Reuse is key.
• Avoid food waste: for that it helps to write a shopping list to plan ahead, also a weekly plan for your dishes might be supportive. Buying unpacked is also good as you only have to buy the quantities your really need.
• BBD = Best before date: best before does not mean not eatable afterwards. Often it is still good much longer, especially the non-fresh stuff. After an optical check for mold just trust your senses for smell and taste.
• Eat seasonal: we are used to be able to buy everything no matter which season it is. You can buy strawberries or blueberries now. But honestly, isn’t it much nicer, when some things have their special season? Like strawberries or asparagus, but also many other veggies and fruits. Then the joy is much bigger when the time has come.
• Buy regional products: it is obvious, that regional products have ecological advantages against those coming from far. But it doesn’t have to be the steak from Argentina or the Avocado from Mexico or Chile. It became standard for us to consume products from far, thanks to global trade and at the expense of nature. This in many areas, fruits and veggies, but also wine or beer. My favourite wine used to come from the Barossa valley in Australia. Ecologically a stupidity. Today I limit myself to Europe and focus on German wines. Also my beer comes out of the region. Many produce, groceries and other stuff, comes directly out of your region. Check the labels on the packaging.
• Superfood: I mentioned avocado already. Who still doesn’t know the issues around avocados today either is behind the times or just wants to ignore the issues. Beside the logging of rainforest there is at least in Mexico also racketeering. That kills my appetite. But also others like Chia, Goji or Quinoa are not recommendable due to their lack of ecological or social sustainability and should not be part of your standard repertoire. Also the for us very normal banana is part of that. In the past it was part of my daily breakfast, but now I reduced it to 3 per week. Superfood does not have to come from far. Flaxseed, nettles, hemp, dandelion and broccoli are great superfood as well, but with a much better eco footprint and less issues with regards to social sustainability.
• Prepare dishes fresh: Cooking is still a widely spread DIY, for good reasons. But it is already for a long time not as self-evident as e.g. 50 years ago. A pity, as it is more ecologic and in most cases tastes better. And that way you can avoid unwanted ingredients like for example palmoil.
• Palmoil: according to Greenpeace every second product in the grocery store contains it. Even in products for children, although it is not a healthy fat. But in its origin it causes a lot of harm. The habitats of orangutans, elephants and other endemic species on Borneo and Sumatra are getting destroyed, for the rhinos it is even too late already. Since I know about that, I avoid palmoil as much as I can.

These were some aspects to be considered , if you want your nutrition to be more sustainable. The topic is quite complex, my book has more details and background information (in German only).

Have a great Sunday!
Cordial greetings,
Martin

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