Das Geschenk des Verzeihen-Könnens

Hallo, schön, dass du wieder auf meiner Seite vorbeischaust!

Heute gibt es noch mal ein Kapitel aus meinem Buch. Das Thema Verzeihen und nicht nachtragend sein beschäftigt mich in einem Bereich gerade selbst recht häufig, daher dachte ich, dass es ein schönes Thema ist, um es zu teilen.

Ich wünsche dir einen glücklichen Sonntag!

Herzlichst,

Martin

 

Das Geschenk des Verzeihen-Könnens

Verzeihen zu können und nicht nachtragend zu sein ist für mich ein großes Geschenk. Dabei spielt es im Grunde keine Rolle, ob es um kleineren Ärger oder größere Dinge geht. Jeder macht hin und wieder Fehler und wenn sich mal jemand mir gegenüber blöd verhält, ärgere ich mich darüber, oder auch nicht. Aber wenn ich es tue, dann meistens nicht lange. Speziell bei Beziehungsthemen bringt es weder einen selbst noch die Beziehung weiter, wenn man nachtragend ist und vielleicht sogar mehrere Tage schmollt. Man vermiest sich damit nur selbst die wertvolle Zeit und blockiert die Lösungsfindung massiv. Dabei geht es doch darum, einen Weg zu finden, um den Ärger zukünftig zu vermeiden und somit an den Ursachen zu arbeiten. Wenn man dann dem anderen die kalte Schulter zeigt und das Thema längere Zeit ausbrütet, verfestigt sich aus meiner Sicht eher der Ärger und das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein. Oder es entwickeln sich Gedanken an Wiedergutmachung oder noch schlimmer, an Rache.

Für einige mag es wie ein Zeichen von Schwäche aussehen, wenn man nach einem Streit wieder auf den anderen zugeht. Aber für mich ist es ein Trugschluss, wenn man sich durch die Sturheit als stärker oder überlegen fühlt, denn das Gegenteil ist der Fall.

 

Lässt man aber seine Enttäuschung oder den Ärger fliegen, dann kann man sich öffnen und wieder positiv aufeinander zugehen. Nur so ist man wirklich bereit, dem anderen wieder Aufmerksamkeit zu schenken und nur so lässt sich eine für beide Seiten gute Lösung finden für das, was die Missstimmung ausgelöst hat.

Wenn du jetzt denkst, dass das einem Ignorieren des Problems gleichkommt, bist du aus meiner Sicht auf dem Holzweg. Es ist eher das Gegenteil der Fall, denn durch die positive und nicht nachtragende Herangehensweise öffne ich mich der Problemlösung.

 

Bei diesem Thema muss man allerdings differenzieren. Wenn jemand immer wieder den Finger in die gleiche Wunde legt, ständig auf die gleiche Weise provoziert oder es einfach mit Absicht auf eine Verletzung seines Gegenübers abgesehen hat, dann ist der zuvor beschriebene Weg nicht der richtige. Das gilt sowohl für private Beziehungen, egal ob zu Freunden oder Lebenspartnern, als auch in geschäftlichen Beziehungen. Wenn man sich dort zum Beispiel Mobbing ausgesetzt sieht, dann ist Gegensteuern angesagt, um nicht (noch mehr) in eine Opferrolle gedrängt zu werden, aus der man dann nur noch schwerlich herausfindet.

Allerdings kann es durchaus auch eine Möglichkeit sein, solchen Situationen im Berufsleben aus einer Position der Stärke heraus zu begegnen und gewisse Attacken quasi zu ignorieren. Ist ja zuweilen schon bedauernswert, wenn Kollegen versuchen, ihre eigene Schwäche oder die Unzufriedenheit mit ihrer Person durch Aggressionen gegen andere zu verbergen. Es ist auf jeden Fall ein Thema, das das Arbeitsklima massiv beeinflussen kann. Da ist der Chef gefordert und sollte eingreifen.

Was aber, wenn der Chef selbst zu schwach ist, um mit dieser Thematik umzugehen? Oder wenn er selbst der Aggressor ist? Dann ist definitiv eine genaue Analyse der Situation gefragt und man muss sehr genau abwägen, was das beste Mittel ist, um dem zu begegnen. Je nach Art und Größe des Betriebes gibt es verschiedene Möglichkeiten, etwas zu tun. Aber es muss definitiv zu einer Klärung der Situation kommen.

 

Für mich hat es sich in den meisten Fällen als der beste Weg herausgestellt, Groll möglichst schnell zu beenden und der Situation alsbald die Chance auf eine positive Entwicklung zu geben.

 

Vermutlich ist die Gabe des Verzeihen-Könnens auch der Grund dafür, warum negative Erlebnisse nur selten einen dauerhaften Platz in meinem Gedächtnis finden und es stattdessen voll ist mit schönen Erinnerungen. Das ist nicht immer hilfreich, schließlich gehören die weniger schönen Erfahrungen genauso zum Leben. Aber alles in allem fühlt es sich für mich stimmig und gut an.

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