Costa Rica 2011 – Pura Vida!

Coat_of_arms_of_Costa_Rica_svgFlag_of_Costa_Rica_(state)_svgCosta Rica – am 31. März geht es los! Leider klingelt der Wecker schon morgens früh um 2:00 Uhr, denn die Anreise aus Rochester Hills in Michigan ist langwierig. Erst 19 Stunden später kommen wir im Hotel La Perla Negra in Puerto Viejo an, leider im Dunkeln. Aber es scheint alles richtig zu sein, vorne hört man das Meer rauschen, hinten die Geräusche des Regenwaldes. Und dass uns vom Pool-Rand ein dicker Frosch anschaute, fand keiner wirklich störend. Es wollte ja nach dem Abendessen eh keiner mehr baden gehen. 🙂

Pura Vida – Good Life! So sagt man hier in Costa Rica und es fällt nicht schwer, sich vorzustellen, dass das Leben hier gut ist.

Den 1. April gehen wir gemütlich an, genießen den Pool und ein herrliches Bad im karibischen Meer. Danach machen wir uns auf zum Aviarios del Caribe Wildlife Refuge oder Sloth-Sanctuary oder auf deutsch der Faultier-Aufzuchtstation, wo wir nicht nur 2- und 3-Fingerfaultiere gesehen haben, sondern auch eine sehr interessante Kanufahrt durch den Dschungel gemacht haben. Anschließend geht es noch ins Cacao-Museum, aber nur um ein bisschen leckere Schokolade zu probieren, für die Tour war es schon zu spät. Abends haben wir dann noch in einem netten Restaurant in Puerto Viejo gegessen und Cocktails genossen.

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Am nächsten Tag geht es morgens nach dem Frühstück auf ins erste Abenteuer, die Canopy – Tour. Leider hat Anna sich entschieden, aufgrund ihrer Höhenangst nicht mitzukommen. Sie bleibt im Hotel und lässt es sich bei einer Massage und Chillen in der Sonne gut gehen. Der Rest genießt derweil eine aufregende Zeit im Dschungel. Mit den Jungs von Terraventuras geht es in teilweise schwindelerregender Höhe am Drahtseil von einer Plattform zur nächsten. Einige der Plattformen sind hoch oben in den Bäumen angebracht. Von einer Plattform aus geht es dann sogar per Liane als Tarzan abwärts. Einfach irre – ein tolles Erlebnis und eine geniale Art, sich den Regenwald anzuschauen! Wirklich schade, dass Anna nicht mitgekommen ist. Aber nicht nur die Höhe, sondern auch die Spinnen, Termiten und die Schlange hätten ihr wohl zu sehr zu schaffen gemacht. Letztere war an einem Baum ganz nah an einer der Plattformen hoch in den Bäumen. Das Ganze war nicht nur toll, sondern auch sehr anstrengend und schweißtreibend, so dass wir uns sehr auf das anschließende Bad im lauwarmen Meer freuen. Für den Nachmittag steht dann noch die Tour im Cacao-Museum an, wo wir nicht nur sehen, wie die Schokolade traditionell hergestellt wird, sondern dann davon auch nach dem Motto “All you can eat“ kosten dürfen. Da sie aber sehr mächtig ist, schaffen wir nicht besonders viel.

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Das entschleunigte Leben hier regt schon zum Nachdenken an und es fällt nicht schwer, die ganzen Aussteiger zu verstehen. Es hat einfach was, an den Bäumen Kokosnüsse und Bananen zu sehen und die Kolibris an den Hibiskus-Blüten zu beobachten.

Am nächsten Tag geht es um 8:30 Uhr auf zum Schnorcheln mit anschließender Wanderung im Cahuita Nationalpark. Anna will nicht Schnorcheln und fährt so auf dem Boot mit. So trifft es sie am härtesten, dass es zwischendrin schüttet wie aus Eimern und der Regen dann doch sogar etwas kühl ist. Zum Aufwärmen springt Anna dann auch mal kurz ins Wasser. Das Schnorcheln war toll, wenn auch nicht so vielfältig, wie es in Belize war. Aber es hat trotzdem und trotz Regen wieder viel Spaß gemacht. Der Schnorchel-Guide hat uns dann zusammen mit unserem Wander-Guide am Cahuita Point abgesetzt und uns noch mit einer Banane und Ananas versorgt. Dann ging es von da aus circa 2 Stunden durch den Wald, aber immer in Küstennähe. Leider schien der Regen die meisten Tiere vertrieben zu haben, so dass wir nur ein paar Spinnen und Geckos, 2 Affen in weiter Ferne und ein 2 Fingerfaultier gesehen haben. Dazu noch einige Iguanas, Eidechsen. Normalerweise kann man sich die Affen auf dem Weg wohl kaum vom Hals halten, naja, es war trotzdem ein toller Hike, auch wenn er für die Damen grenzwertig anstrengend war. In Cahuita stärken wir uns dann erstmal mit karibischem Essen (Reis und Bohnen), bevor es mit dem Linienbus zurück zum Hotel geht. Die Busfahrt ist auch ein nettes Erlebnis. Das Bussystem in Costa Rica ist sehr gut und es gibt viele Linienverbindungen über weite Distanzen. Interessant war, dass durch den ganzen Bus auf beiden Seiten eine Leine gespannt ist. Wenn man dran zieht geht vorne ein Lämpchen an und der Fahrer weiß, dass man aussteigen will. Er hält dann auch gleich an. Wozu braucht man Bushaltestellen? Will man zusteigen, winkt man den Bus einfach vom Straßenrand ran. 🙂

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4. April: zunächst mal genießen wir wieder das tolle Frühstück mit frisch gemachtem Rührei oder Omelette, ganz nach Wunsch vom Koch in der offenen Küche auf der Hotelterrasse zubereitet. Der hat auch gesehen, dass Alex einen Sonnenbrand hat. Schnell verschwindet er hinter einer Ecke im Hotelgarten, um kurz danach mit einem Aloe Vera Blatt wieder zu erscheinen. Er filetiert dieses gekonnt und behandelt mit dem Saft den Sonnenbrand. Alex freut sich sehr, da sie ziemlich bald Linderung verspürt. Nach dem Frühstück fahren wir zum Gandoca – Manzanillo – Nationalpark. Eine tolle Küstenlandschaft mit schönen kleinen Buchten und dichtem Wald. Da wir keinen Führer haben, wagen wir uns nicht tiefer in den Wald, da dort auch keine Wege zu erkennen sind und wir nicht unfreiwillig mit giftigen Schlangen Kontakt knüpfen wollen. So hören wir die Mono Congo oder Howler – Monkeys, die Mantelbrüllaffen, wieder nur aus der Ferne. Später am Hotel haben wir dann noch zu viert ein tolles Bad im Meer genommen und die hohen Wellen genossen. Alex und Lena haben sich noch eine kleine Sandschlacht geleistet. So klingt der Tag harmonisch und voller Spaß aus.

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Am nächsten Morgen werden wir morgens um 6:30 Uhr abgeholt. Es geht zum Rafting, also einer Wildwasserfahrt, auf dem Rio Pacuare. Der Guide von Exploradores Outdoors (gebucht über Willie’s Tours) sagt, dass es laut National Geographics aus landschaftlicher Sicht eine der 10 reizvollsten Rafting Touren der Welt ist. Wir sind sehr gespannt. Auch darauf, wie wir als Neulinge die Stromschnellen der Stufen 3 und 4 auf der 28 km langen Strecke meistern werden. Nach ca. 1,5 Stunden Busfahrt kommen wir am Zielpunkt der Tour an, wo es zunächst einmal Frühstück gibt. So essen wir dann auch mal das landestypische “Gallo Pinto“ – Reis mit Bohnen. Danach werden wir zum Ausgangspunkt gebracht. Auf der Fahrt dahin bekommen wir unsere Instruktionen und die Kommandos werden uns erklärt. Aber dann geht es endlich los. Es lässt sich kaum beschreiben, die Tour ist ein unbeschreibliches Erlebnis, vom Anfang bis zum Ende. Wir bilden zusammen mit Emma und dem Guide Andres ein Team und das scheint ganz gut zu klappen. Niemand aus unserem Boot geht während des gesamten Tages unfreiwillig ins Wasser. Man weiß zwar auf der Fahrt nie, was die nächste Stromschnelle bringt und wie man sie meistert, aber das macht irre Spaß. Und die Landschaft ist einfach nur schön, der Fluss fließt durch den Regenwald und einige Täler. An manchen Stellen ist das Wasser ganz ruhig, so dass wir sogar schwimmen gehen können, während wir auf die anderen      Boote warten. Zum Mittagessen machen wir an einem Rastplatz eine Pause, die Guides bringen Essen aus den Booten und fangen an, dort frisches Obst und Gemüse zu schneiden. Kurze Zeit später kann sich jeder Sandwichs nach seinem Belieben machen. Nach dem Essen geht die doch recht anstrengende Tour weiter und am Ende waren wir ca. 4 Stunden auf dem Wasser, mitten im paradiesischen Regenwald und haben Adler, Eisvögel, Tukane, Geier, Reiher und viele mehr gesehen. Bei dem tollen Erlebnis stört es eher nicht, dass wir uns am Ende doch recht ordentlich die Oberschenkel verbrannt haben oder dass Martin unfreiwillig eine Teilenthaarung an den Beinen hat von der Reibung am Gummi des Bootes. :-)Am Abend gehen wir noch mit Emma essen und lassen uns etwas von ihrem Tourismus-Projekt bei den Bribri – Ureinwohnern erzählen. Sie hat Interessantes zu berichten und es ist ein kurzweiliger Abend in Puerto Viejo.

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Der 6. April ist unser letzter Tag in Puerto Viejo. Nach einem letzten Joggen am Strand und einem super Frühstück geht es noch mal in den Cahuita Nationalpark. Kann ja schließlich nicht angehen, dass wir abrücken müssen, ohne die Mantelbrüllaffen gesehen zu haben. Und siehe da, diesmal sind sie da. Nur die Faultiere sind heute zu faul, um sich zu zeigen. Der Park ist wirklich sehr schön und hat tolle Hiking – Strecken. Zu schade, dass wir keine Zeit haben, das auszunutzen. Immerhin reicht es noch für eine Foto-Session. Von dort aus fahren wir noch mal nach Manzanillo. Eigentlich wollten wir uns das La Ceiba Reserve anschauen. Aber es ist geschlossen, da es in Privatbesitz und gerade zu verkaufen ist. So fahren wir dann weiter bis nach Manzanillo und gehen dort ein bisschen an den Strand. Martin schnorchelt. Leider ist das Wasser recht trübe. Außerdem nerven die streunenden Hunde am Strand, so dass wir bald wieder gehen. Lena und Martin kämpfen dann noch ein letztes Mal mit den hohen Wellen am Hotelstrand. Abends schlendern wir noch mal durch Puerto Viejo, kaufen ein paar Souvenirs und gehen Essen. Ist schade, gerade wo man alle Schlaglöcher (okay, fast alle, es sind einfach zu viele) kennt und weiß wie man drum herumkommt, muss man gehen. Noch ein Wort zu unserem Mietwagen, einem alten Chevrolet Tracker – einem Geländewagen: in punkto Altersschwäche können wir mit dem Ding lange nicht mithalten, vom Alter her wird er vermutlich doch etwas jünger sein. Er quietscht und rappelt, aber wir hoffen mal, dass er die Strecke zum Flughafen morgen gut überstehen wird.

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Er hat die Fahrt gut überstanden und wir haben unterwegs sogar noch genug Zeit, um frühstücken zu gehen. Außerdem haben wir noch mal die Ananas- und Bananen-Plantagen von Dole, Chiquita und Del Monte gesehen und dazu natürlich auch die passenden Container auf den Straßen. Ist schon lustig, wenn man das hier sieht, was man in USA oder Deutschland aus dem Obstregal nimmt. Die Rückreise insgesamt verläuft unproblematisch, auch wenn wir am 8. April morgens ein wenig knapp dran sind um in Atlanta unseren Flieger nach Detroit zu erwischen. Aber es klappt und so kommen wir gut im kalten Regen von Michigan an.

 

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